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Häuserpreisindex 2. Quartal 2026: Preise steigen um 0,6 Prozent

Häuserpreisindex 2. Quartal 2026: Wohnimmobilien 0,6 % teurer als vor einem Jahr. Was die Zahlen für Käufer und Eigentümer in Stadt und Land bedeuten.

Andreas Malkow, Redaktionsleitung immokunde.com

Redaktion immokunde.com

Redaktionsleitung · Andreas Malkow

Faktengeprüft
Fassade eines mehrgeschossigen Wohnhauses mit Balkonen und gleichmäßigen Fensterreihen
Foto: Giulia May / Unsplash

Wohnimmobilien in Deutschland haben im 2. Quartal 2026 im Durchschnitt 0,6 % mehr gekostet als ein Jahr zuvor. Das zeigt der Häuserpreisindex für das 2. Quartal 2026, den das Statistische Bundesamt (Destatis) am 24. September 2026 veröffentlicht hat. Gegenüber dem 1. Quartal 2026 sind die Preise um 0,3 % gestiegen. Beide Werte sind vorläufig.

Die Kernaussage: Die Preise steigen bundesweit kaum noch

Nach mehreren Quartalen mit einem Plus von rund 3 % zum Vorjahr hat sich der Anstieg deutlich abgeschwächt. Bundesweit sind die Preise praktisch stabil. Dahinter liegen aber regional sehr unterschiedliche Entwicklungen. In den sieben größten Städten sind Eigentumswohnungen etwas billiger geworden, in den übrigen kreisfreien Großstädten dagegen um 2,0 % teurer. Wer eine konkrete Immobilie bewerten will, kommt mit dem Bundesdurchschnitt deshalb nicht weit.

Häuserpreisindex 2. Quartal 2026 im Überblick

Bundesweit hat der Preisanstieg innerhalb eines Jahres an Tempo verloren

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung zum jeweiligen Vorjahresquartal. So hat Destatis die Werte bei der Erstveröffentlichung gemeldet, für das 1. Quartal 2026 steht der revidierte Wert.

QuartalVeränderung zum Vorjahresquartal
2. Quartal 2025+3,2 %
3. Quartal 2025+3,3 %
4. Quartal 2025+3,0 %
1. Quartal 2026+1,2 % (revidiert, zuerst +1,4 %)
2. Quartal 2026+0,6 % (vorläufig)

Der Blick zurück ordnet die Zahl ein: Nach Angaben von Destatis sind Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen bundesweit zwischen 2010 und 2025 zusammen um rund 82 % teurer geworden. Das Plus von 0,6 % ist also eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau.

Regional entwickeln sich Wohnungen und Häuser gegensätzlich

Destatis teilt den Häuserpreisindex in fünf Regionstypen auf, von sehr ländlichen Gebieten bis zu den Metropolen. Die Metropolen (TOP 7) sind Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf.

RegionstypObjektartzum Vorjahresquartalzum Vorquartal
TOP-7-MetropolenEigentumswohnungen-0,4 %-0,5 %
TOP-7-MetropolenEin- und Zweifamilienhäuser+0,7 %-0,6 %
Kreisfreie Großstädte (ohne TOP 7)Eigentumswohnungen+2,0 %+0,5 %
Dicht besiedelte ländliche KreiseEigentumswohnungen-1,8 %-1,3 %
Dicht besiedelte ländliche KreiseEin- und Zweifamilienhäuser+1,0 %+2,5 %
Dünn besiedelte ländliche KreiseEigentumswohnungen-0,6 %-1,4 %
Dünn besiedelte ländliche KreiseEin- und Zweifamilienhäuser-0,4 %+1,9 %

In beiden ländlichen Kreistypen sind Eigentumswohnungen günstiger geworden. Häuser dagegen haben sich im Vergleich zum Vorquartal spürbar verteuert. In den Metropolen ist es anders: Dort kosten Häuser mehr als vor einem Jahr, im Vergleich zum Frühjahr aber weniger. Mehr Zahlen und Zeitreihen finden Sie in unserem Bereich Markt und Zahlen.

Was die Prozentwerte in Euro bedeuten

Die folgenden Rechnungen sind Beispiele. Sie übertragen die Durchschnittswerte des Index auf angenommene Objektwerte. Eine einzelne Immobilie kann davon deutlich abweichen, denn Lage, Zustand und Ausstattung entscheiden über den Preis.

Beispiel 1: Wohnung in einer der sieben Metropolen

Annahme: Eine Eigentumswohnung in einer TOP-7-Stadt war im 2. Quartal 2025 rechnerisch 400.000 Euro wert.

  • Mit der Veränderung von -0,4 % ergibt sich ein Wert von 398.400 Euro.
  • Das sind 1.600 Euro weniger als vor einem Jahr.
  • Bei einem angenommenen Grunderwerbsteuersatz von 5,00 % zahlt ein Käufer auf den niedrigeren Preis 80 Euro weniger Steuer.

Für Käufer ist der Effekt klein. Auf die Nebenkosten wirkt sich der Kaufpreis trotzdem direkt aus. Wie viel das im eigenen Bundesland ausmacht, zeigt der Grunderwerbsteuer-Rechner.

Beispiel 2: Wohnung in einer kreisfreien Großstadt außerhalb der Metropolen

Annahme: Die Wohnung hatte im 2. Quartal 2025 einen Wert von 300.000 Euro.

  • Mit +2,0 % ergibt sich ein Wert von 306.000 Euro.
  • Das Plus beträgt 6.000 Euro.
  • Bei einem angenommenen Grunderwerbsteuersatz von 5,00 % steigt die Steuer um 300 Euro.

In diesen Städten zahlen Käufer also mehr, obwohl die Preise bundesweit fast stagnieren. Zusammen mit Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler steigen die Gesamtkosten entsprechend. Eine Übersicht liefert der Kaufnebenkosten-Rechner.

Beispiel 3: Haus im dünn besiedelten ländlichen Raum

Hier zeigt sich, wie stark das Ergebnis vom gewählten Vergleichszeitraum abhängt.

  • Annahme Vorjahresvergleich: Das Haus war im 2. Quartal 2025 350.000 Euro wert. Mit -0,4 % sind es 348.600 Euro, also 1.400 Euro weniger.
  • Annahme Vorquartalsvergleich: Das Haus war im 1. Quartal 2026 340.000 Euro wert. Mit +1,9 % sind es 346.460 Euro, also 6.460 Euro mehr.

Beide Aussagen stimmen gleichzeitig. Wer eine Schlagzeile zu Hauspreisen auf dem Land liest, kann deshalb prüfen, ob sie sich auf das Vorjahr oder auf das Vorquartal bezieht.

Beispiel 4: Die lange Linie seit 2010

Annahme: Eine Immobilie hat 2010 rechnerisch 250.000 Euro gekostet. Mit dem bundesweiten Plus von rund 82 % bis 2025 läge sie im Durchschnitt bei etwa 455.000 Euro. Das aktuelle Quartal ändert an diesem Niveau fast nichts.

Wer profitiert und wer nicht

Käufer in den Metropolen haben etwas mehr Spielraum

In den sieben größten Städten sind Eigentumswohnungen den Zahlen zufolge sowohl im Jahres- als auch im Quartalsvergleich billiger geworden. Das spricht für eine Marktlage, in der Verkäufer ihre Preisvorstellungen weniger leicht durchsetzen können. Die Rückgänge sind mit 0,4 % und 0,5 % allerdings klein.

Käufer in anderen Großstädten zahlen mehr

In den kreisfreien Großstädten außerhalb der sieben Metropolen gibt es das stärkste Plus der Tabelle. Wer dort kauft, findet keine Anzeichen für fallende Wohnungspreise.

Verkäufer von Wohnungen auf dem Land haben es schwerer

In dicht besiedelten ländlichen Kreisen sind Eigentumswohnungen um 1,8 % zum Vorjahr gefallen, in dünn besiedelten um 0,6 %. Für Verkäufer dort können die erzielbaren Preise unter dem Vorjahresniveau liegen.

Eigentümer von Häusern auf dem Land sehen gemischte Signale

Im Vorjahresvergleich bewegen sich die Hauspreise in den ländlichen Kreisen zwischen -0,4 % und +1,0 %. Im Vergleich zum Vorquartal sind sie um 1,9 % und 2,5 % gestiegen. Aus einem einzelnen Quartal lässt sich noch kein Trend ableiten.

Mieter lernen aus dem Index nichts über ihre Miete

Der Häuserpreisindex misst Kaufpreise, keine Mieten. Für Mieter mit Kaufabsicht ist er als Orientierung für das Preisniveau interessant, für die eigene Miete nicht.

Was der Index nicht zeigt und was noch offen ist

Die Werte sind vorläufig und können sich ändern

Destatis überarbeitet die Ergebnisse regelmäßig, damit nachträglich gemeldete Kauffälle einfließen. Beim 1. Quartal 2026 wurde der Vorjahresvergleich so von +1,4 % auf +1,2 % gesenkt. Auch der Wert für das 2. Quartal 2026 kann mit der nächsten Veröffentlichung korrigiert werden.

Der Index hat seit Juni 2026 ein neues Basisjahr

Im Juni 2026 hat Destatis die Immobilienpreisindizes vom Basisjahr 2015 auf das Basisjahr 2025 umgestellt. Diese Umstellung schreibt eine EU-Verordnung alle zehn Jahre vor, dabei gab es auch methodische Anpassungen. Wer ältere Indexpunkte mit neuen vergleicht, rechnet deshalb mit zwei verschiedenen Basen. Für die Prozentveränderungen ist das weniger wichtig als für die absoluten Indexstände.

Der Durchschnitt ersetzt keinen Verkehrswert

Der Index beschreibt, wie sich Preise im Durchschnitt entwickeln. Er sagt nichts darüber, was eine bestimmte Immobilie wert ist. Dafür gibt es den Verkehrswert, also den Preis, der sich nach § 194 Baugesetzbuch im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zum Stichtag erzielen ließe. Banken arbeiten zusätzlich mit dem Beleihungswert. Das ist ein vorsichtig angesetzter, langfristig haltbarer Wert, der meist unter dem Marktwert liegt und bestimmt, wie viel Kredit eine Bank zu welchen Konditionen gibt.

Den europäischen Vergleich veröffentlicht Eurostat am 1. Oktober 2026

Die europäische Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht die vergleichbaren Werte anderer EU-Staaten für das 2. Quartal 2026 nach Angaben von Destatis am 1. Oktober 2026.

Die Zinsen: EZB hat im September 2026 erhöht

Für viele Käufer ist neben dem Preis die Finanzierung entscheidend. Der EZB-Rat hat am 10. September 2026 beschlossen, alle drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte anzuheben. Seit dem 16. September 2026 gelten diese Sätze:

LeitzinsSatz ab 16. September 2026
Einlagefazilität2,50 %
Hauptrefinanzierungsgeschäfte2,65 %
Spitzenrefinanzierungsfazilität2,90 %

Schon am 11. Juni 2026 hatte die EZB die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Als Grund nennt sie den Inflationsdruck durch den Konflikt im Nahen Osten. In ihren Projektionen vom September 2026 erwarten die Fachleute der EZB für den Euroraum eine durchschnittliche Inflation von 3,0 % im Jahr 2026. Nach Angaben der EZB legt sich der Rat nicht im Voraus auf einen Zinspfad fest.

Die Leitzinsen bestimmen Bauzinsen nicht direkt, beeinflussen aber die Refinanzierung der Banken. Der Häuserpreisindex bezieht sich auf das 2. Quartal 2026, also auf Kaufverträge von April bis Juni. Die Zinserhöhung vom September ist darin noch nicht enthalten.

Was Sie jetzt prüfen können, nach Gruppen

Kaufinteressenten

  • Den Regionstyp des Wunschortes bestimmen und die passende Zeile der Tabelle lesen, statt den Bundesdurchschnitt zu nehmen.
  • Angebotspreise mit den regionalen Zahlen des zuständigen Gutachterausschusses vergleichen. Dort liegen Bodenrichtwerte und teils Kaufpreisübersichten für einzelne Städte und Kreise vor.
  • Die Nebenkosten vorab durchrechnen, denn Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch hängen am Kaufpreis.
  • Bei mehreren Finanzierungsangeboten die Konditionen zum selben Stichtag vergleichen, weil sich Zinsangebote nach Leitzinsänderungen verschieben können.

Verkäufer

  • Prüfen, ob die eigene Preisvorstellung auf einem Stand vor der Abschwächung beruht. In den ländlichen Kreisen und bei Wohnungen in den Metropolen liegen die Durchschnittspreise unter dem Vorjahr.
  • Für eine belastbare Einschätzung kann ein Verkehrswertgutachten oder eine Auskunft des Gutachterausschusses dienen.

Eigentümer mit laufender Finanzierung

  • Bei einer anstehenden Anschlussfinanzierung ist wichtig, wie die Bank den Beleihungswert ansetzt. Das gilt besonders für Wohnungen in Regionen mit sinkenden Preisen.
  • Den Zeitpunkt der Zinsbindung im Blick behalten und Angebote rechtzeitig einholen.

Mieter mit Kaufabsicht

  • Den Index als grobe Orientierung für das Preisniveau nutzen, nicht als Wertangabe für ein bestimmtes Objekt.
  • Die monatliche Belastung aus Zins und Tilgung mit der aktuellen Warmmiete vergleichen und dabei Instandhaltung und Hausgeld einplanen.

Weitere Meldungen zu Preisen, Zinsen und Gesetzen finden Sie im News-Bereich.

Häufige Fragen zum Häuserpreisindex

Worauf beruht der Häuserpreisindex?

Der Index misst die Preisentwicklung von neu erstellten und bestehenden Wohnimmobilien, also von Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäusern. Grundlage sind Daten über tatsächlich abgeschlossene Kaufverträge und keine Angebotspreise aus Inseraten. Deshalb können Zahlen aus Immobilienportalen deutlich abweichen.

Warum ist der Wert für das 1. Quartal 2026 nachträglich gesunken?

Nicht alle Kauffälle liegen bei der ersten Veröffentlichung vor. Kommen später weitere Meldungen hinzu, rechnet Destatis das Ergebnis neu. Beim 1. Quartal 2026 sank der Vorjahresvergleich dadurch um 0,2 Prozentpunkte auf 1,2 %.

Bedeutet ein Plus von 0,6 %, dass meine Immobilie mehr wert ist?

Nicht unbedingt. Der Wert ist ein Bundesdurchschnitt über alle Regionen und Objektarten. Eine Wohnung in einer Metropole oder im ländlichen Raum kann im selben Zeitraum an Wert verloren haben, wie die regionalen Zahlen zeigen.

Wie unterscheidet sich der Häuserpreisindex vom Preisindex für selbst genutztes Wohneigentum?

Der Preisindex für selbst genutztes Wohneigentum bildet neue, selbst genutzte Wohnimmobilien ab. Dazu kommen die Erwerbsnebenkosten und die laufenden Kosten für Instandhaltung, Versicherung und Hausverwaltung. Laut Destatis ist er zwischen 2010 und 2025 um 90 % gestiegen und damit stärker als der Häuserpreisindex.

Wo finde ich längere Zeitreihen?

Destatis stellt die Zeitreihen des Häuserpreisindex auf Bundesebene ab dem Jahr 2000 in der Datenbank GENESIS-Online bereit, in den Tabellen 61262-0001 und 61262-0002.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt amtliche Statistiken und die Zinslage. Er ist keine Anlage-, Finanzierungs- oder Steuerberatung. Ob ein Kauf, ein Verkauf oder eine Finanzierung im eigenen Fall sinnvoll ist, sollten Sie von einem Steuerberater, einem Anwalt oder einer unabhängigen Finanzierungsberatung im Einzelfall prüfen lassen.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

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