Grunderwerbsteuer in Bremen
Wer im Land Bremen eine Immobilie kauft, zahlt seit dem 1. Juli 2025 Grunderwerbsteuer von 5,5 Prozent. Das gilt in der Stadt Bremen und in Bremerhaven gleichermaßen. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro sind das 16.500 €.
Bewegliche Gegenstände wie Einbauküche oder Markise. Nur realistische Zeitwerte angeben, das Finanzamt kann Nachweise verlangen.
Bei mehreren Käufern den eigenen Anteil eintragen.
Grunderwerbsteuer
22.000 €
5,5 % in Bremen
Dieselbe Immobilie im Ländervergleich
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- Bemessungsgrundlage: 400.000 € − 0 € Inventar = 400.000 €
- Anteil 100 %: 400.000 € × 100 % = 400.000 €
- Steuer: 400.000 € × 5,5 % = 22.000 €
Steuersätze Stand 30.09.2026. Unverbindliche Berechnung, ersetzt keine Steuerberatung.
Beispielrechnungen für Bremen
| Kaufpreis | Grunderwerbsteuer (5,5 %) |
|---|---|
| 200.000 € | 11.000 € |
| 300.000 € | 16.500 € |
| 400.000 € | 22.000 € |
| 500.000 € | 27.500 € |
| 750.000 € | 41.250 € |
Formel: Kaufpreis abzüglich Inventar × 5,5 % = Grunderwerbsteuer.

Wie sich der Satz entwickelt hat
- 5,5 % vom 01.07.2025 bis heute
- 5,0 % vom 01.01.2014 bis 30.06.2025
- 4,5 % vom 01.01.2011 bis 31.12.2013
- 3,5 % vom 01.01.1997 bis 31.12.2010
Bis Ende 2010 galt in Bremen wie im übrigen Bundesgebiet der einheitliche Satz von 3,5 Prozent, der seit 1997 im Grunderwerbsteuergesetz stand. Mit der Föderalismusreform von 2006 durften die Länder den Satz erstmals selbst festlegen. Bremen machte davon zum 1. Januar 2011 Gebrauch und hob auf 4,5 Prozent an.
Drei Jahre später, zum 1. Januar 2014, ging der Satz auf 5,0 Prozent. Dabei blieb es gut elfeinhalb Jahre. Mehrere Flächenländer gingen im selben Zeitraum bis auf 6,5 Prozent, der Stadtstaat an der Weser hielt still.
Zum 1. Juli 2025 folgte die dritte Erhöhung auf 5,5 Prozent. Das Land ist hoch verschuldet, bekommt Sanierungshilfen vom Bund und muss sich an die Schuldenbremse halten. Die Grunderwerbsteuer ist eine der wenigen Steuern, deren Höhe Bremen selbst bestimmen darf. Welcher Satz gilt, hängt vom Zeitpunkt ab, an dem der Erwerbsvorgang verwirklicht wurde. Wer den Vertrag vor dem Stichtag wirksam beurkundet hatte, zahlte noch 5,0 Prozent.
Bremen im Vergleich
Mit 5,5 Prozent liegt Bremen bundesweit auf Rang 7 von 16 (Rang 1 ist der niedrigste Satz). Unterschied bei 400.000 € Kaufpreis:
| Nachbarland | Satz | Steuer | Differenz zu Bremen |
|---|---|---|---|
| Niedersachsen | 5,0 % | 20.000 € | −2.000 € |
Bundesweit liegen die Sätze zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Mit 5,5 Prozent steht Bremen im oberen Mittelfeld. Wer ein Haus in Schwachhausen, eine Altbauwohnung im Viertel oder eine Neubauwohnung in der Überseestadt kauft, zahlt also spürbar mehr als in den günstigsten Ländern. Bis zum Höchstsatz, den einige Flächenländer verlangen, ist aber noch Abstand.
Im Alltag zählt vor allem der Vergleich mit Niedersachsen. Das Land umschließt die Stadt Bremen vollständig, ebenso Bremerhaven. Über zehn Jahre lagen beide Länder gleichauf. Seit Juli 2025 verlangt Bremen mehr als der Nachbar. Das betrifft zum Beispiel Familien, die zwischen einem Haus in Huchting und einem im angrenzenden Stuhr wählen, zwischen Borgfeld und Lilienthal oder zwischen Bremerhaven und Orten im Landkreis Cuxhaven wie Geestland, Loxstedt oder Schiffdorf. Welcher Satz gilt, bestimmt allein die Lage des Grundstücks. Wo der Käufer wohnt oder arbeitet, spielt keine Rolle. Die Steuer ist allerdings nur ein Posten unter mehreren. Kaufpreis, Pendelwege und Infrastruktur fallen bei der Standortwahl meist stärker ins Gewicht.

Ablauf und Fälligkeit
Nach der Beurkundung zeigt der Notar den Kaufvertrag innerhalb von zwei Wochen beim Finanzamt an. Im Land Bremen ist das für alle Grundstücke das Finanzamt Bremerhaven. Käufer aus Findorff, Vegesack oder Hemelingen bekommen ihren Steuerbescheid deshalb aus Bremerhaven. Die Steuer ist einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids fällig. Nach dem Gesetz schulden beide Vertragsparteien die Steuer. Im Kaufvertrag übernimmt sie in der Regel der Käufer.
Sobald die Zahlung eingegangen ist, stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Ohne sie trägt das Grundbuchamt den neuen Eigentümer in der Regel nicht ein. Wer zu spät zahlt, verzögert die Umschreibung und damit oft auch die Auszahlung des Darlehens oder die Übergabe.
Zuständiges Finanzamt
Anders als in den Flächenländern gibt es in Bremen keine Aufteilung nach Bezirken. Das Finanzamt Bremerhaven in der Rickmersstraße 90 ist landesweit für die Grunderwerbsteuer zuständig, also auch für Grundstücke in der Stadt Bremen. Es setzt die Steuer per schriftlichem Bescheid fest und stellt nach der Zahlung die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. In Sonderfällen wird die Steuer nach dem Grundbesitzwert berechnet. Dafür ist die Bewertungsstelle desselben Finanzamts zuständig. Für Grundstücke in Bremen sitzt sie in der Gerhard-Rohlfs-Straße 32 in Bremen-Vegesack.
Der Senator für Finanzen Bremen: Grunderwerbsteuer
Wer in Bremen keine Grunderwerbsteuer zahlt
Das Grunderwerbsteuergesetz des Bundes nimmt einige Erwerbe von der Steuer aus. Diese Regeln gelten in Bremen wie überall:
- Erwerbe mit einer Gegenleistung von höchstens 2.500 Euro (§ 3 Nr. 1 GrEStG)
- Erwerbe durch Erbschaft oder Schenkung (§ 3 Nr. 2 GrEStG)
- Erwerbe durch Miterben bei der Teilung des Nachlasses (§ 3 Nr. 3 GrEStG)
- Erwerbe zwischen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern (§ 3 Nr. 4 GrEStG)
- Vermögensauseinandersetzung nach Scheidung oder Aufhebung der Lebenspartnerschaft (§ 3 Nr. 5 und 5a GrEStG)
- Erwerbe durch Verwandte in gerader Linie, also etwa Kinder und Enkel, einschließlich Stiefkindern und deren Ehegatten (§ 3 Nr. 6 GrEStG)
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Mitverkaufte bewegliche Gegenstände gehören nicht zur Bemessungsgrundlage. Dazu zählen zum Beispiel Möbel, eine frei stehende Küche oder Gartengeräte. Am besten stehen sie mit einzelnen, realistischen Zeitwerten im Kaufvertrag. Fest mit dem Gebäude verbundene Teile wie Heizung, Fenster oder eingebaute Treppen gehören dagegen zum Grundstück und bleiben steuerpflichtig. Das Finanzamt Bremerhaven prüft die Angaben. Überhöhte Inventarwerte streicht es und rechnet den Betrag dem Grundstückspreis zu. Bei Eigentumswohnungen hat der Bundesfinanzhof außerdem entschieden, dass die anteilige Erhaltungsrücklage der Eigentümergemeinschaft den steuerpflichtigen Kaufpreis nicht senkt.
Beim Kauf vom Bauträger fällt die Steuer auf den Gesamtpreis für Grundstück und Gebäude an. Das gilt auch, wenn Grundstück und Bauleistung in zwei getrennten Verträgen stehen, solange beide als einheitliches Paket angeboten werden. Nur für das Grundstück zahlt, wer ein unbebautes Grundstück kauft und frei entscheiden kann, ob, wie und mit wem er baut. Anzeichen für ein Paket sind etwa eine vorgegebene Planung, Absprachen zwischen Verkäufer und Bauunternehmen oder enge zeitliche Verknüpfungen. In solchen Fällen bezieht das Finanzamt die Baukosten ein. Das betrifft typische Neubaugebiete und Projektentwicklungen in Bremen und Bremerhaven gleichermaßen.
Häufige Fragen zur Grunderwerbsteuer in Bremen
Gilt in Bremerhaven derselbe Grunderwerbsteuersatz wie in der Stadt Bremen?
Ja. Das Land Bremen besteht aus den Städten Bremen und Bremerhaven, und für beide gilt landesweit ein einheitlicher Satz von 5,5 Prozent.
Welches Finanzamt schickt mir den Bescheid, wenn ich in der Stadt Bremen kaufe?
Das Finanzamt Bremerhaven. Es ist zentral für alle Grundstücke im Land Bremen zuständig, also auch für Käufe in Bremen-Nord, Mitte oder Osterholz. Das Wohnsitzfinanzamt ist dafür nicht zuständig.
Welcher Satz gilt, wenn der Kaufvertrag kurz vor dem 1. Juli 2025 beurkundet wurde?
Es kommt auf den Zeitpunkt an, an dem der Erwerbsvorgang verwirklicht wurde. Das ist in der Regel die wirksame Beurkundung. Für Erwerbe vor dem 1. Juli 2025 galten noch 5,0 Prozent. Hing der Vertrag von einer Genehmigung oder einer aufschiebenden Bedingung ab, kann der Stichtag später liegen.
Ich kaufe ein Haus in Stuhr, Achim oder Delmenhorst und arbeite in Bremen. Welche Regeln gelten?
Maßgeblich ist, wo das Grundstück liegt. Diese Orte gehören zu Niedersachsen. Dort gilt der niedersächsische Satz, und zuständig ist ein niedersächsisches Finanzamt. Wo Sie arbeiten oder bisher gewohnt haben, spielt keine Rolle.
Gibt es in Bremen einen Freibetrag für Familien oder Ersterwerber?
Nein. Die Länder dürfen nur den Steuersatz festlegen. Freibeträge für selbst genutztes Wohneigentum sieht das Grunderwerbsteuergesetz nicht vor. Steuerfrei bleiben nur die gesetzlichen Ausnahmen, zum Beispiel Erwerbe zwischen Ehegatten oder von den Eltern.
Quellen
- Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG), geprüft am 30.09.2026
- Die Senatorin für Finanzen Bremen, geprüft am 30.09.2026
Stand: 30.09.2026. Die Berechnung ist unverbindlich und ersetzt keine Steuerberatung.